Der Rausch von Williston – Wie die USA von Ölimporten unabhängig werden wollen

Es ist einer der größten Ölfunde in der Geschichte der USA und er hat einen Rausch ohne Gleichen ausgelöst. Ganz Amerika schaut zurzeit in den Nordwesten des kleinen Staates North Dakota, wo das schwarze Gold in der Schieferformation Bakken steckt.

In dem kleinen Städtchen Williston, dem Epizentrum des Booms, überschlagen sich die Superlative: 30000 Menschen sind in den letzten Monaten hierher gezogen, Landwirte über Nacht zu Millionären geworden und Ölanlagen wie Pilze aus der Erde geschossen.
Experten schätzen, dass über 24 Milliarden Barrel Öl in der Bakken Formation stecken. Das ist so viel, wie das Scheichtum Katar besitzt. Und das könnte erst der Anfang sein – Politiker träumen mittlerweile laut von einem Amerika, dass unabhängig von Ölimporten ist.

Es könnte ein Wendepunkt der amerikanischen Außenpolitik sein und Machtverhältnisse in der ganzen Welt neu ordnen. Doch hinter dem amerikanischen Traum steckt ein genauso großer Albtraum. Er erzählt vom Filz zwischen Wirtschaft und Politik kurz vor den amerikanischen Präsidentschaftswahlen, von der Unterdrückung und Ausbeutung der indianischen Bevölkerung im Ölgebiet und der Fördermethode des Fracking, bei der Tausende Liter giftige Chemikalien in die Erde gepumpt werden.